Werbe­agentur. Echt jetzt, Aclewe?

Agentur

Wir werden oft gefragt, warum wir uns Werbe­agentur nennen. Eine Bezeichnung aus vergangenen Zeiten sei das, komplett retro, nicht zeitgemäß, und sie würde auch nicht beschreiben, was Aclewe seit mehr als einem Jahrzehnt in Köln wirklich so treibt.

Darauf ließe sich einiges erwidern, doch kaum setzen wir zu einer Antwort an, hören wir auch schon: „Digitalagentur Digitalagentur wäre Knaller.“

Okay, nicht völlig aus der Luft gegriffen. Immerhin sind über 50 Prozent unserer Arbeiten digitaler Natur, entsprechend ausgeprägt ist unser technisches Know-how. „Oder Markenagentur! Wenn nicht sogar Branding Agentur. Wäre auch Knaller.“

Tja, was soll man sagen? Unsere strategische Markenarbeit kann sich tatsächlich sehen lassen, mit Hilfe von Tools wie unserem smarten Aclewe Differenzial haben wir bereits zahlreiche einzigartige CIs entwickelt. Und da nennen wir uns Werbe­agentur! Geradezu lachhaft. Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir nach einhelliger Meinung unserer Gesprächspartner auch als Corporate Design Agentur auftrumpfen könnten, schließlich seien wir für starke Designkompetenz, anspruchsvolle Ästhetik und markante Corporate Designs bekannt (lauter Argumente, die wir in aller Bescheidenheit nicht völlig von der Hand weisen können).

Nächster Vorschlag: Kreativagentur.

„Äh, warum?“

„Weil ihr nicht nur den Anspruch habt, in all Euren Arbeiten Neues zu schaffen, sondern auch die notwendigen Kreativen und Ideen dafür.“ 

„Ach so. Jetzt, wo du’s sagst ...“

Gerne erinnert man uns in solchen Gesprächen auch daran, dass wir uns dringend mal spezialisierten sollten, auf B2B oder B2C oder gerne auch auf C2C, so Social-Media-affin, wie wir alten Facebook-Hasen doch seien. Und dann noch unser unternehmerisches Verständnis, ja unsere Fähigkeit, uns in Märkte, in Menschen und in all deren Bedürfnisse hineinzuversetzen, eine fundamentale Beratungskompetenz hätten wir, die mit profaner Werbung nun wirklich nichts mehr zu tun hätte, und deshalb – Trommelwirbel, Tusch: „Nennt Euch doch Consulting Agentur!“

Äh, ja, okay, aber das ist nun wirklich McK-Quatsch.

Und was ist mit Nachhaltigkeit?

Genau, Nachhaltigkeit! Damit könnten wir nun wirklich punkten, versichert man uns gerne, schließlich seien wir doch voll responsibility, gingen mega konservativ mit Finanzen um, blieben stets bescheiden, gäben nichts aus, was wir nicht selbst erwirtschaftet hätten, seien obendrein ein Ausbildungsbetrieb, der jeden Mitarbeiter jährlich coachen würde! Auch ökologisch wären wir weit vorne, weil fahrrad- und bahnfahrendes Team, CO2-Sünden-Flüge würde ausgeglichen, selbst das Kölner Leitungswasser würde trinkbar aufbereitet, und die Mitarbeiter hätten Aclewe-Lunchboxen, mit denen sie in der Mittagspause verpackungsfrei Essen besorgen. Das wäre doch ein USP, etwas Gutes, worüber man gerade heute sprechen sollte.

Also denn, es folgt der finale Vorschlag: „Warum nennt ihr eure Aclewe nicht Agentur für nachhaltige Kommunikation? Oder nein, warte … noch stärker! Der Knaller: Aclewe – die nachhaltige Full-Service CI-CD-Kreativagentur für integriert-digital-analoge 360°-B2C-B2B-C2C-Markenkommunikation.“

Bekomm’ das mal auf eine Visitenkarte.

Baumkronen formen Herz von Himmel
Illustration in Corporate Design von Aclewe

Nochmal retroperspektiv.

Ganz ehrlich: Wir sind doch bloß ne olle Werbe­agentur. Was sagt denn Wikipedia dazu? „Eine Werbe­agentur ist ein Dienstleistungsunternehmen, das für Unternehmen und andere Auftraggeber die Beratung, Konzeption, Planung, Gestaltung und Realisierung von Werbe- und sonstigen Kommunikationsmaßnahmen übernimmt.“

Okay, passt soweit. Nur ... Was ist mit dem blöden Umstand, dass die klassische Werbe­agentur seit den 2000er keine Zukunft mehr hat? Oh je, jetzt gucken wir in die Röhre. Nein, fast keiner guckt mehr lineares TV. Zumindest nicht die werberelevante Helmut-Thoma-Gedächtniszielgruppe der 14-49-Jährigen. Selbst die 50-plus-Silver-Surfer reiten neue Wellen. Das Relevant-Set am allabendlichen Drücker ist so unbedeutend wie die Prime-Time. Das gute alte Sender-Empfängerprinzip über klassische Massenkommunikation fristet dem Ende entgegen.
 

Illustration in CD von Aclewe frage Siri

Alexa, irgendeine Idee?

Frag doch Siri. Die bedeutendsten Marken heißen heute Amazon, Apple, Google, Facebook oder Netflix. Brands, die alle in der Lage sind, echte Kommunikation zu betreiben, mit mehrkanaligem Zuhören, Lernen, Daten sammeln und smarten Antworten. Die Anzahl der Medienkanäle explodiert. Allabendlich. Tag für Tag. Boom!

Wie soll da eine Werbe­agentur noch punkten, mag sie noch so goldene Ideen ausspucken? Und wo wir gerade schon mal derart beschwingt dabei sind, ein wenig depressive Stimmung zu verbreiten, wollen wir selbstverständlich auch Consulting-Riesen wie Accenture nicht unerwähnt lassen, die weltweit auf Agentur-Shopping-Tour gehen und dank eingekauftem Digital-Know-how den geneigten C-Level-Entscheidern das komplette Full-Service-Paket anbieten können.

Ja, da fühlt man sich als Werbe­agentur dann manchmal doch ganz klein und durchaus auch ein wenig einsam (an dieser Stelle dürfen die Taschentücher gezückt werden). Im Jahr 2017 gab es in Deutschland knapp 28.000 Werbe­agenturen Nicht so schlecht? Von wegen. 2009 waren es noch mehr als 36.000 (Quelle Statista). Solche Verluste kennt man sonst nur von Volksparteien. Und – bitte tapfer sein, es ist gleich vorbei – einen kleinen, präzisen Tiefschlag haben wir noch: Werbe­agentur ist kein geschützter Begriff. Jeder darf sich so nennen. Jeder.

Also besser doch „Nachhaltige Full-Service CI-CD-Kreativagentur für integriert-digital-analoge 360°-B2C-B2B-C2C-Markenkommunikation“?

Auf gar keinen Fall. Und dafür gibt es gute Gründe.

Statistik Werbe­agenturen Deutschland

Auf die goldene Mitte.

Und auf ein echtes Fundament. Zunächst sind wir bei Aclewe weder klein noch groß. Pluspunkt! Mit unserer Größe und unserer alten Industriehalle im Herzen der wunderbaren Domstadt sind wir so was von Mitte. Nicht Berlin, sondern Köln, und zwar City. In unserer ultrahippen Köln-Mitte schlägt auch der Puls der Zeit, den wir als mittelgroße Agentur noch ganz unaufgeregt spüren. Hinzu kommt, dass wir mit Aclewe im Kern eine technologische DNA besitzen. Von Anfang an haben wir ein hohes Verständnis von Technik und eine echte Leidenschaft für Online. Wir beherrschen die digitale Kommunikation mindestens so sehr wie die analogen Grundgesetze der Kommunikation: Der Sender kodiert, der Empfänger dekodiert, und das Mittel ist nur Medium. Es ist uns egal, ob wir programmieren oder drucken, das Medium muss berühren. Unser Geheimnis: Wider das Immergleiche. Das berührt und geht mitten ins Herz. Denn wir glauben, dass in dieser schnellen und komplexen Welt, in der Hysterie der nervigen Schreihälse genau diese Mitte ein guter Ort und „Werbeagentur“ eine einfache und verdammt gute Bezeichnung ist. Das Einfache ist zwar nicht immer gut. Aber das Beste ist nun mal immer einfach.

Illustration in Corporate Design Agentur Köln

Ich will aber die nachhaltige Full-Service CI-CD-Kreativagentur für integriert-digital-analoge 360°-B2C-B2B-C2C-Markenkommunikation!!!

Nein, willst du nicht. Bleib locker! Wir sind es auch, schließlich sind wir hier in Köln. Wir hören einfach auf die, die es wirklich interessiert: unsere Kunden. Und die sagen Dinge wie: „Unsere Marke ist irgendwie schizophren, wir wissen überhaupt nicht wofür wir stehen und wer wir sind. Da muss unsere Werbe­agentur mal ran. Aber richtig!“. Oder den hier: „Der stärkste CTA auf unserer Website ist die Telefonnummer im Impressum. Hier klingelt niemand durch! Macht schnell einen Call to Action nach Köln und ruft unsere Werbe­agentur an, die bei Aclewe haben doch so UI/UX-Freaks“. Schön ist auch: „Der Shitstorm wird nach dem letzten Posting unserer HR-Azubine zum Zyklon mutieren. Sch… Leute! Schreibt unserer Kölner Werbe­agentur, dass wir deren Social Media-Angebot nun doch liken.“

We like.

Hallo, hier Aclewe Werbe­agentur Köln. Was können wir für Sie tun?

 

 

 

 

 

 

Illustration von zwei Telefonen